„Überall, wo eine Tür sich öffnen lässt, dürft ihr hinein und könnt euch alles anschauen!“ - Dieser freundlichen Aufforderung von Gemeindereferentin Eva Müller kamen die 20 Kinder des evangelischen Religionskurses des Jahrgangs 6 nur zu gern nach und verteilten sich rasch in der katholischen Kirche. Sie erkundeten den Beichtraum ebenso wie die Sakristei, erklommen die Kanzel und durften Eva Müller auch über die Wendeltreppe zur Orgelempore folgen.
Hier lernte auch die Religionslehrerin noch etwas dazu: Dass die Christen ihr wichtigstes Kircheninstrument (mit einiger Verzögerung) ausgerechnet von den Römern übernommen haben, die es in den Arenen zur musikalischen Untermalung ihrer grausamen Veranstaltungen verwendet hatten, war nur ein spannendes Detail, über das Eva Müller den Kindern berichtete. Tabernakel, Kniebänke, Kreuzweg und Marienaltar waren nicht mehr reine Unterrichtsthemen, sondern wurden ganz greifbar.
Wie in der Lutherkirche in der Woche zuvor bildeten ein Vater Unser und ein gemeinsam gesungenes Shalom Chaverim den stimmigen Abschluss. Am Marienaltar im Eingangsbereich durften die Kinder eine Kerze zu entzünden, um sich eines geliebten Menschen zu erinnern oder eine Sorge in der Kirche zu lassen. Dies empfanden alle als ein besonders schönes Ritual.
Text und Bilder: Bettina Steuber-Muhs


