Die Deutsche Schülerakademie – eine Erfahrung, die ich nur empfehlen kann.

Wie ich Chinesisch erlernte und eine App entwickelte 

Auf Anregung des Talentscouts habe ich vom 12.07.-20.07.2021 an der Deutschen Schülerakademie teilgenommen.

Die Deutsche Schülerakademie kooperiert mit dem Bildungsnetzwerk China und hat hierzu vier Kurse angeboten.

Ich habe mich im April für den C1 Kurs ,,Die Pizza kommt in 50 Minuten“ entschieden und meine Erstwahl auch erhalten. Der Kurs befasst sich mit dem Bestellen von Essen in China über Apps, den Bezahlsystemen und Algorithmen.

Die gesamte Schülerakademie verlief online über Microsoft Teams.

Jeder Morgen begann mit einer kursübergreifenden Plenumssitzung um 9.00 Uhr, manchmal auch schon um 8.30Uhr. Der Tag endete gegen 21/22Uhr. Am Ersten Tag hatten wir eine Eröffnungsveranstaltung, bei der wir kursübergreifend Kennenlernspiele gespielt haben und generelle Informationen zur kommenden Woche erhalten haben.

Von 14.30 Uhr-15.30 Uhr war dann der erste Chinesischkurs, zu dem ich zugeteilt wurde.

Die Leiterin des Kurses war eine Chinesin, die in Deutschland Kurse zu China und der Kultur gibt. Der Chinesischkurs fand jeden Tag statt und war mehr als nur Vokabeln lernen oder Aussprache üben.

Wir haben uns mit der chinesischen Küche beschäftigt, Origami-Figuren gefaltet und viel über die Kultur erfahren.

Am späten Nachmittag ging es dann in die KüAs (Kursübergreifende Angebote). Das waren Aktivitäten, die wir komplett frei und selbst gestalten durften. KüAs waren von Teilnehmern für Teilnehmer. Ich selbst habe an der Wellness KüA teilgenommen, die einmalig abends stattfand.

Wir haben unter Anleitung einer Teilnehmerin, die letztlich auch eine meiner engen Freundinnen wurde, Chinesische Beauty Rituale befolgt und Masken mit Reis gemacht. Zusätzlich habe ich auch jeden Nachmittag an der Musik KüA teilgenommen.

Einer der Akademieleiter hat jeden Morgen im Plenum einen selbst komponierten Akademie-Song gespielt, live auf dem Klavier. In der Musik KüA haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, diesen recht kurzen Song zu überarbeiten und als eigenes Projekt am Ende der Akademie vorzustellen. Gemeinsam haben wir den alten Text mit unserem neuen kombiniert und mithilfe der musikalisch begabten Schüler unter uns eine Melodie komponiert.

Die Instrumente und den Gesang haben wir aufgenommen und an die Teilnehmerin geschickt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die Tonspuren zu verbinden. Das Ergebnis war ein toller Song, der sowohl chinesische als auch deutsche Parts enthielt. Die KüA Schiene war in zwei Teile untergliedert, wodurch man an einem Tag auch mehrere KüAs besuchen konnte.

Am Abend haben wir dann virtuelle Stadtwanderungen mit VR-Brillen gemacht, Diskussionen geführt, Filme geguckt und Fragen und Antworten von den Kursleitern bezüglich deren persönlicher Erfahrung mit China bekommen. Das Highlight des Abendprogramms war für mich persönlich aber der Kochabend. Unter Anleitung von Miao Wu, einer der Leiterinnen, haben wir alle ein typisch chinesisches Gericht gekocht. Miao hat uns gezeigt wie es funktioniert und wir haben alles bestmöglich nachgekocht. Mir persönlich hat das Essen bestehend aus selbstgemachten Nudeln in Kombination mit angebratenen Tomaten und Rührei sehr gut geschmeckt.

Im Kurs haben wir jeden Vormittag dann gemeinsam Bestell-Apps erforscht.

Wir haben an manchen Tagen den Fokus auf Algorithmen gelegt und viel mit Mathematik gearbeitet. An anderen Tagen haben wir uns mit Recherche Methoden vertraut gemacht und Bezahlmethoden in China kennengelernt.

Wir durften viel selbst ausprobieren und durch spannende Aufgabenstellungen wurde dies auch nie langweilig. Wir haben als Kurs sehr viele Fishbowl-Diskussionen geführt, wobei uns von den Leitern komplett freie Hand gelassen wurde.

Unsere Kursleitungen haben ebenso Freunde aus China per Videoanruf zugeschaltet und wir durften diese dann in Kleingruppen interviewen. Die Vorträge, die vor Beginn der Akademie vorbereitet werden sollten, wurden je nach thematischem Schwerpunkt passend am jeweiligen Tag besprochen. Fragen konnten also immer geklärt werden. Im Allgemeinen war das Verhältnis von Kursleitern und Teilnehmern untereinander sehr vertraut und persönlich. Wir konnten immer Fragen stellen, auch in Bezug auf persönliche Erfahrungen. Meine Kursleiter haben beispielsweise beide einen Teil ihres Studiums in China verbracht und haben darüber auch gerne erzählt.

Zum Abschluss durften wir im Kurs dann in Kleingruppen eine eigene App entwickeln, mit der wir die Bedürfnisse eines fiktiven Charakters erfüllen mussten. Meine Kleingruppe hat die App ,,ChooseChinese“ konzipiert. Das Prinzip bestand darin, dass man über die App nicht nur Essen bestellen konnte, sondern auch Live-Cooking ansehen und mithilfe von verschiedenen Kriterien für einen selbst individuelle Rezepte zum Nachkochen ansehen konnte. Die Kursleiter waren von dieser Idee begeistert aber auch die anderen Kleingruppen hatten sehr gute Ideen.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Zeit bei der Deutschen Schülerakademie für mich eine wunderbare Erfahrung war. Ich habe viele wahnsinnig tolle Menschen kennengelernt und mit denen auch bis tief in die Nacht noch telefoniert. Auch jetzt stehen wir noch in sehr engem Kontakt und peilen ein Treffen in naher Zukunft an.

Ich habe aber natürlich auch sehr viel über Chinas Sprache und Kultur gelernt, sowie auch viel über Bestell-Apps. Diese Woche war für mich in vielen Hinsichten sehr lehrreich und hat mir Türen geöffnet, denn die anderen Teilnehmer sind selbst zum Teil aktiv in verschiedenen Programmen und konnten einen somit auf diese aufmerksam machen.

Ich kann jedem, der die Chance dazu hat an der DSA teilzunehmen, nur wärmsten empfehlen diese auch zu nutzen – erst recht, wenn die Akademie dann sogar noch in Präsenz ist.

Bild und Text: Lena Lippert (Q2)

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Eine App, die Lena mit entwickelt hat

Lenas Zeichnung für die App