Biologen und Philosophen des BGA diskutieren an der Ruhr-Universität Bochum über Bioethik (13.09.2016)

Workshops am Alfried Krupp Schülerlabor der RUB bereiteten Präsentationen vor

 

Altena / Bochum. Schon die Teilnahme war etwas Besonderes - im Vorfeld hatte sich die Schülergruppe aus Teilnehmern des Bio-LK unter der Leitung von Julia Kramer und des Philosophie-GK unter Leitung von Gregor Kertelge bewerben müssen, um bei der SummerSchool "Bioethik im Diskurs" des Alfried Krupp Schülerlabors unter Federführung von Prof.Dr. Klemens Störtkuhl mitmachen zu dürfen. Offensichtlich konnten sie überzeugen und so gehörte das BGA zu den 6 Gymnasien von ca. 20, die eingeladen wurden.

Insgesamt über 130 Teilnehmer teilten sich auf 8 von Studenten geleiteten Workshops auf, die unterschiedliche bioethische Fragestellungen erarbeiteten und diskutieren. Anschließend präsentierten sie ihre Ergebnisse als PowerPoint-Präsentationen im UFO der Universität und standen Rede und Antwort. Die Themen hatten es in sich; es ging um "Sterbehilfe", "Pränatale Diagnostik und Präimplantationsdiagnostik", "Grüne Gentechnik", "Klimawandel und Nachhaltigkeit", "Organspende", "Stammzellenforschung", "Tierethik" und "Human Enhancement" (Künstliche Verbesserung von Körper und Geist). Sowohl in den Workshops wie auch in den Diskussionen, die sich den Präsentationen anschlossen, ging es hoch her. Standen sich bei der Tierethik eingefleischte Griller und Veganer gegenüber, wurde bei der Organspende darüber gestritten, ob die Widerspruchslösung vieler europäischer Länder wie Österreich und Spanien übernommen werden solle. Dort ist automatisch jeder Organspender, der der Organspende nicht ausdrücklich widerspricht. Darf einem Schwerstkranken ohne Aussicht auf Heilung ein tötliches Gift verabreicht werden, wenn dieser es mit klarem Bewusstsein ausdrücklich wünscht? Da wurde gegengefragt: Darf man es ihm, der seinen autonomen Willen äußert, verwehren? Was aber ist mit dem Hippokratischen Eid der Ärzte, der zur Lebensrettung verpflichtet?

Prof. Störtkuhl und sein Team, die die Lehramtsstudenten auf die Leitung der Workshops sorgfältig vorbereitet hatten, waren begeistert. Im nunmehr 7. Jahr der SummerSchool sei selten derart gründlich sowohl fachlich wie argumentativ-ethisch gearbeitet und diskutiert worden. Für die Schülerinnen und Schüler ist es ein unvergessliches Erlebnis, konnten sie doch in der Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen die Vielfalt der Positionen kennen lernen und die Kraft des Arguments erproben.

 

 



 

 














 

Bild und Text: G. Kertelge