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Soziunterricht in spannender Art

Am 30. Dezember 2017 trafen sich 52 Schülerinnen und Schüler aus den SoWi-Kursen der EF des Burggymnasium Altena früh am Morgen am Altenaer Bahnhof, um eine Exkursion nach Brüssel zu unternehmen.

Wir waren zwar müde, aber dennoch aufgeregt. Das europäische Parlament besucht man schließlich nicht jeden Tag.

Nachdem alle einen Sitzplatz im Reisebus gefunden hatten, stellte Frau Krink, welche diesen Ausflug im Vorfeld gründlich geplant hatte, sich und das Europe Direct Büro in Hagen vor und reichte das Mikrofon schließlich an den Busfahrer von Reimann Reisen weiter. Auch er begrüßte uns freundlich. Die Abfahrt fand tatsächlich wie geplant um 5.45 Uhr (!) statt.

Gegen 8.30 Uhr verließ uns allmählich die Müdigkeit und die gute Laune ließen wir uns auch durch den Stau nicht verderben. Mit dem einsetzenden Schneefall kam sogar Weihnachtsstimmung im Bus auf. So trällerten wir lauthals Klassiker wie „In der Weihnachtsbäckerei“ und „All I want for Christmas“ über die Autobahn. Das etwas schief gesungene Lied „Frozen“ traf dann wohl doch nicht ganz den Musikgeschmack der Begleitungslehrer, weswegen wir uns wie geplant einen Film über die Entstehung des europäischen Parlaments ansahen. Als die Dokumentation vorbei war, war es Zeit für uns talentierte Schülerinnen und Schüler eine Wiederholung des Gesanges vorzunehmen.

Eine lange und anstrengende Busfahrt, die man sich aber nicht hätte lustiger vorstellen können.

Als wir endlich an unserem Treffpunkt, einem seriösen „NRW-Raum“ (Vertretung des Landes NRW bei der EU) eintrafen, begrüßte uns einer der 34 CDU/CSU-Europaabgeordneten Dennis Radtke. Er erklärte seine Funktion im Parlament und beantwortete uns, wie auch Herr Dr. Liese, der ihn später ablöste, einige Fragen.

Dr. Liese ist im Ausschluss für Umweltfragen, Volksgesundheit, Lebensmittelsicherheit und auswärtige Angelegenheiten tätig.

Er erklärte uns Näheres zur Arbeit im Europäischen Parlament. In der abschließenden Diskussionsrunde beantwortete Herr Dr. Liese auch kritische Fragen, z.B. zur Abstimmung über Glyphosat. Viele von uns, so auch ich, waren regelrecht fasziniert von der Atmosphäre, die dieser riesengroße Besprechungstisch und das Gespräch mit einem Politiker mit sich brachten. Anders als ich gedacht hatte, wirkten die Politiker weder eingebildet noch streng. Sie lockerten unsere Stimmung mit ihrer humorvollen Art auf.

Danach ging es weiter in die Kantine, wo uns ein Mittagessen erwartete.

Um 13.30 Uhr saßen wir schließlich im Europäischen Parlament. Schon der Durchgang durch das Gebäude war spannend, weil es so viel zu sehen gab. Aber vor allem die Erklärungen von Herrn Praest zum Parlament und über die Beschäftigten des Parlaments waren für uns spannend. Die Kombination aus Informationen und dem Ausblick von den oben gelegenen Besucherplätzen auf das Parlament boten eine gute Lernatmosphäre. Herr Praest ist einer der vier Mitarbeiter von Dr. Liese und führte uns zusammen mit einem Praktikanten im Parlamentsgebäude herum. Ständig wurden Telefonate geführt und Termine für Dr. Liese vereinbart. Hektischer Parlamentarier-Alltag. Die Wichtigkeit der Dolmetscher im Parlament hatte ich persönlich noch die bedacht, was ihre Arbeit dort umso interessanter wirken ließ.

Nachdem unsere Fragen beantwortet worden waren, ging unsere Exkursion schließlich weiter ins Parlamentarium, welches wir Schüler und Schülerinnen erst für ein normales „Museum“ hielten. Nach der Besichtigung wurde jedoch klar, dass es diesen Titel nicht verdiente, da es viel moderner und interaktiver war, als wir es erwartete hatten. Nach dem Sicherheitscheck, welchen wir auch am Eingang des Parlamentsgebäudes zu durchlaufen hatten, bekam jeder ein digitales Lesegerät mit Kopfhörern und konnte sich so individuell Informationen zum Entstehungsprozess der EU und zu den Institutionen anhören. Danach holte uns Busfahrer Heinz wieder ab, um uns zum 45 Minuten entfernt gelegenen Atomium zu fahren.

Erschöpft von dem schon vergangenen Tag, war die Motivation zwar leicht gesunken. Doch diese hat sich bei dem Anblick des 105 Meter hohen, begehbaren Bauwerks eines um das 165milliardenfache Vergrößerten Eisenkristallmoleküls wieder aufgebaut. Bei der Besichtigung der 9 „Kugeln“ bekamen wir nach und nach von einem Guide Erklärungen zur Entstehung, zur Architektur und zur Nutzung des Bauwerks.

Es gab auch eine Ausstellung des verstorbenen, belgischen Malers Rene Magritte, welche als Andenken in einer der Kugeln eingerichtet wurde. Es gibt sogar ein Kinderhotel und ein Restaurant in jeweils einer der Kapseln, die mit einem Aufzug, Treppen und Rolltreppen verbunden sind.

Nachdem wir aus dem Atomium raus waren, erwartete uns ein atemberaubender Anblick. Mit dem Schnee, welcher uns den ganzen Tag begleitete, lieferte uns die Außenbeleuchtung des Bauwerks in der Dunkelheit einen wunderschönes abschließendes Bild der Exkursion, bevor wir müde und erschöpft in die Sitze des Busses fielen und die Rückfahrt antraten. So ging ein kalter, lehrreicher und eindrucksvoller Tag zu Ende.

Vielen Dank an Frau Krink von Europe Direct in Hagen, die Busfahrer von Reimann Reisen, Dr. Liese und sein Team, Herrn Radtke, Herrn Pautsch, Frau Klüppel und Frau Peuser, welche uns diese Fahrt ermöglicht haben.

Text: Eileen Bargholt